So bewerten wir
Wir bewerten unabhängig nach vier festen Kriterien. Die Reihenfolge im Vergleich kauft sich niemand.
Kriterien & Gewichtung
So entsteht eine Note
Jeder Anbieter bekommt vier Teilnoten von 0 bis 100 — Genauigkeit, Datenschutz, Preis und Service. Die Gesamtwertung ist deren gewichtete Summe, nichts weiter:
Gesamt = 0,30 × Genauigkeit + 0,30 × Datenschutz + 0,20 × Preis + 0,20 × Service
Beispiel EasyDNA: 0,30 × 94 + 0,30 × 95 + 0,20 × 82 + 0,20 × 90 = 91,1 — gerundet 91. Die Rechnung lässt sich bei jedem Anbieter mit den angezeigten Teilnoten nachvollziehen; die Gesamtwertung wird berechnet und nicht separat gepflegt. Weicht sie bei dir ab, ist das ein Fehler — schreib uns.
Genauigkeit (30 %)
Wie belastbar das Ergebnis ist. Nach oben wirken:
- Referenzdatenbank — je größer und je besser regional aufgeschlüsselt, desto belastbarer die Herkunfts- bzw. Rassezuordnung.
- Analyseumfang — Anzahl der untersuchten Marker bzw. Dichte des verwendeten Chips.
- Akkreditierung des Labors — DIN EN ISO/IEC 17025 oder vergleichbar, nachgewiesen und nicht nur behauptet.
- Nachvollziehbarkeit — veröffentlichte Angaben zu Verfahren, Referenzpopulationen und Fehlerraten.
Nach unten wirken kleine oder undurchsichtige Referenzdatenbanken, fehlende Angaben zum Verfahren und Ergebnisse ohne jede Unsicherheitsangabe.
Datenschutz (30 %)
Bei einem DNA-Test halten wir das für ebenso wichtig wie die Analysequalität: Deine DNA ist eindeutig, lebenslang gültig und verrät auch etwas über Verwandte, die nie zugestimmt haben. Nach oben wirken:
- Verarbeitung in der EU — Server und Auswertung im Geltungsbereich der DSGVO statt in einem Drittland.
- Keine Weitergabe an Dritte — insbesondere keine standardmäßig aktivierte Weitergabe an Forschungs- oder Pharmapartner.
- Löschung und Probenvernichtung — beides möglich, dokumentiert und ohne Hürden durchsetzbar.
- Stabile Eigentümerlage — nachvollziehbar, wem die Daten gehören und was bei einem Verkauf oder einer Insolvenz mit ihnen geschieht.
Deutlich nach unten wirken Speicherung im Drittland, voreingestellte Datenweitergabe und Vorfälle, bei denen Nutzerdaten abgeflossen sind oder den Eigentümer gewechselt haben. Das ist der Grund, warum Anbieter mit starker Analyse hier trotzdem schlecht abschneiden können.
Preis (20 %)
Bewertet wird das Preis-Leistungs-Verhältnis innerhalb der jeweiligen Kategorie, nicht der niedrigste Preis:
- Gesamtkosten — Kit-Preis inklusive Versand und Rücksendung.
- Folgekosten — ob wesentliche Funktionen erst mit einem Abo nutzbar werden.
- Gegenwert — was der Preis an Analyseumfang und Auswertung tatsächlich enthält.
An jedem Angebot steht, wann wir den Preis zuletzt beim Anbieter nachgesehen haben. Aktionspreise fließen nicht in die Note ein — sie sind zu kurzlebig; sie erscheinen nur als Hinweis am Angebot.
Service (20 %)
- Verständlichkeit der Berichte — eingeordnete Ergebnisse statt roher Zahlenkolonnen.
- Support — Erreichbarkeit und Reaktionszeit, deutschsprachig oder zumindest verlässlich englischsprachig.
- Dauer bis zum Ergebnis — gemessen an dem, was der Anbieter selbst zusagt.
- Abwicklung — Bestellung, Probenahme und Rückversand ohne unnötige Hürden.
Was wir nicht tun
Wir sind kein Labor und führen keine eigenen Kontrollmessungen durch. Unsere Noten beruhen auf den öffentlich prüfbaren Angaben der Anbieter, ihren Datenschutzerklärungen und Geschäftsbedingungen, dokumentierten Vorfällen sowie unseren eigenen Bestell- und Support-Erfahrungen. Wo eine Angabe nicht überprüfbar ist, sagen wir das im jeweiligen Test statt sie in eine Note zu verwandeln.
Wir vergeben außerdem keine Punkte dafür, ob ein Anbieter uns vergütet. Anbieter ohne Partnerprogramm stehen im selben Vergleich, nach denselben Kriterien.
Wann wir neu bewerten
- Preise — laufend; das Prüfdatum steht an jedem Angebot.
- Teilnoten — wenn ein Anbieter seine Datenschutzbedingungen, seinen Funktionsumfang oder seine Eigentümerstruktur ändert, und ansonsten bei der regelmäßigen Durchsicht.
- Gewichtung — nur mit neuer Versionsnummer dieser Seite, damit Änderungen am Maßstab nachvollziehbar bleiben.
Findest du eine Angabe, die nicht mehr stimmt, schreib uns an info@dnatest.de — wir korrigieren sie und vermerken das Prüfdatum.
Evidenzstufen bei Gesundheitstests
Die vier Kriterien oben bewerten den Anbieter: sein Labor, seinen Umgang mit Daten, Preis und Service. Ob ein bestimmter Gesundheitstest hält, was er verspricht, sagen sie nicht. Ein Anbieter mit akkreditiertem Vaterschaftslabor kann im selben Shop Tests verkaufen, für die es keine wissenschaftliche Grundlage gibt.
Deshalb trägt jedes Gesundheitsangebot zusätzlich eine Evidenzstufe. Sie beantwortet eine Frage: Ist belegt, dass dir das Ergebnis hilft, etwas besser zu entscheiden — nicht bloß, dass ein Gen mit etwas zusammenhängt? Die Stufe gilt für die Testart, nicht für den Anbieter, und fließt nicht in die Gesamtwertung ein.
Klinische Leitlinien oder randomisierte Studien zeigen, dass das Ergebnis eine Entscheidung verbessert.
Der genetische Zusammenhang ist gesichert, aber das Ergebnis sagt über dich allein wenig aus oder deckt nur einen Ausschnitt ab.
Es gibt statistische Zusammenhänge aus Studien, aber keinen Nachweis, dass Empfehlungen auf dieser Grundlage etwas bewirken.
Die Methode misst nicht, was sie verspricht, oder Fachgesellschaften raten ausdrücklich davon ab.
| Testart | Evidenz | Warum |
|---|---|---|
| Medikamentenverträglichkeit (Pharmakogenetik)Wirkt Clopidogrel? Welche Dosis bei Antidepressiva? | Belegt | Für eine Reihe von Wirkstoffen gibt es klinische Leitlinien (CPIC, DPWG). In einer randomisierten Studie mit 6.944 Patienten traten mit gentest-gesteuerter Verschreibung 30 % weniger relevante Nebenwirkungen auf. Gilt nur für Wirkstoffe mit Leitlinie.Swen et al., Lancet 2023 (PREPARE) · CPIC-Leitlinien |
| Trägerstatus für ErbkrankheitenBin ich Träger für Mukoviszidose? | Belegt | Die geprüften Varianten sind eindeutig mit der Erkrankung verknüpft. Aber: Direkt-Tests prüfen oft nur eine Auswahl — „kein Befund“ heißt nicht „kein Träger“. |
| Einzelne Hochrisiko-VariantenBRCA1/2, APOE ε4, Hämochromatose | Teilweise belegt | Die Varianten sind gut erforscht, doch Direkt-Tests erfassen nur einen kleinen Teil davon (bei BRCA etwa 3 von über 1.000 bekannten). Ein unauffälliges Ergebnis kann falsch beruhigen. In Deutschland gehören solche Tests nach dem Gendiagnostikgesetz in ärztliche Hand. |
| Polygene RisikowerteTyp-2-Diabetes, koronare Herzkrankheit, Darmkrebs | Teilweise belegt | Echte Wissenschaft mit großen Studien dahinter — aber für den Einzelnen nur eine Tendenz, und meist nur für Menschen europäischer Herkunft kalibriert. Keine Leitlinie empfiehlt bisher, Vorsorge danach zu steuern. |
| Ernährung, Fitness, Gewicht„Low Carb oder Low Fat?“, Vitaminbedarf, Sporttyp | Kaum belegt | In der randomisierten DIETFITS-Studie sagte der Genotyp nicht voraus, welche Diät besser wirkt. Im europäischen Food4Me-Versuch brachte genbasierte Beratung keinen Zusatznutzen. Laktose- und Alkoholverträglichkeit sind die Ausnahmen mit soliden Einzelvarianten.Gardner et al., JAMA 2018 (DIETFITS) · Celis-Morales et al., Int J Epidemiol 2017 (Food4Me) |
| Biologisches Alter (epigenetische Uhr)GrimAge, „Wie alt ist mein Körper wirklich?“ | Kaum belegt | Sagt in großen Gruppen die Sterblichkeit gut vorher. Für den Einzelnen schwanken ältere Uhren aber um bis zu neun Jahre zwischen zwei Messungen derselben Probe — zu viel, um Veränderungen zu verfolgen.Higgins-Chen et al., Nature Aging 2022 |
| Unverträglichkeitstests per Haarprobe oder IgG„Empfindlichkeit gegenüber 900 Lebensmitteln“ | Ohne wissenschaftliche Grundlage | Haaranalysen enthalten keine Information darüber, wie du Lebensmittel verträgst. Deutschsprachige Allergie-Fachgesellschaften lehnen IgG-Tests auf Nahrungsmittel ausdrücklich ab. Ergebnisse führen oft zu unnötigen Diäten.BSACI: Choosing Wisely – Alternative Tests · EAACI Task Force, Allergy 2008 |
Werbehinweis & Unabhängigkeit
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Kein Anbieter zahlt für die Aufnahme in den Vergleich oder für seine Platzierung. Die Reihenfolge richtet sich ausschließlich nach der Gesamtwertung aus den oben genannten Kriterien und Gewichtungen. Eine Vergütung ändert daran nichts.
Wir führen auch Anbieter auf, mit denen wir kein Partnerprogramm haben und an denen wir folglich nichts verdienen. Ein Anbieter fehlt also nicht, weil er nichts zahlt — und er steht nicht vorn, weil er zahlt.