FamilyTreeDNA im Test
Spezialist für Y-DNA & mtDNA
Bewertung im Detail
Vorteile
- Tiefste Y-DNA- und mtDNA-Tests im Vergleich
- Kein Abo nötig, Matching inklusive
- Löschung samt Probenvernichtung per E-Mail
Nachteile
- Nur US-Dollar, Shop und Support nur Englisch
- Rückversand in die USA selbst zahlen und organisieren
- Kleinere Verwandten-Datenbank als Ancestry/MyHeritage
Angebote
FamilyTreeDNA im Test: Spezialist für Y-DNA und mtDNA
Fazit
FamilyTreeDNA ist der Anbieter für Leute, die eine bestimmte Linie verfolgen wollen: den Familiennamen über das Y-Chromosom oder die mütterliche Linie über die mtDNA. In dieser Tiefe bietet das kein anderer Anbieter im Vergleich an. Als reiner Herkunftstest überzeugt FamilyTreeDNA weniger — die Verwandtendatenbank ist kleiner als bei Ancestry und MyHeritage, Shop und Support gibt es nur auf Englisch, und den Rückversand der Probe in die USA organisierst und bezahlst du selbst. 69 von 100 Punkten.
Wie wir bewerten
Unsere Gesamtnote setzt sich aus vier Teilnoten zusammen: Genauigkeit und Datenschutz zählen je 30 %, Preis und Service je 20 %. Was in jede Note einfließt, steht offen auf unserer Methodik-Seite. Wir betreiben kein eigenes Labor und verschicken keine Kits — wir prüfen öffentlich belegbare Angaben, Preise und Datenschutzbedingungen und ordnen sie ein.
Was FamilyTreeDNA anbietet
Drei Testarten, die sich kombinieren lassen. Family Finder ist der autosomale Test für Herkunftsschätzung und Verwandtensuche, wie ihn auch Ancestry oder MyHeritage anbieten. Seit März 2026 läuft er nach Angaben des Anbieters auf Sequenzierung statt auf einem Chip und liest über 280 Millionen Stellen im Genom; ältere Ergebnisse bleiben vergleichbar.
Dazu kommen Y-DNA-Tests (Y-37, Y-111 und Big Y-700), die nur Männer machen können und die väterliche Linie verfolgen, sowie mtFull Sequence für die mütterliche Linie. Für Familiennamen-Forschung gibt es tausende Gruppenprojekte, in denen sich Träger desselben Namens vergleichen. Ein Abo braucht keiner der Tests.
Genauigkeit: 82/100
Bei Y-DNA und mtDNA ist FamilyTreeDNA nach eigenen Angaben die größte Datenbank weltweit — und das ist der eigentliche Grund, hier zu testen. Für den Herkunftsteil sieht es anders aus. Insgesamt haben laut Anbieter über zwei Millionen Menschen bei FamilyTreeDNA getestet; eine eigene Zahl für die Family-Finder-Datenbank nennt er nicht. Die Genealogin Debbie Kennett schätzte sie 2023 auf rund 1,5 Millionen. Ancestry und MyHeritage spielen bei der Verwandtensuche damit in einer anderen Liga, und auch die Herkunftsschätzung gilt in Fachbesprechungen als schwächer als bei den Großen.
Datenschutz: 60/100 — der Polizei-Abgleich
Verarbeitet wird in den USA: Das Labor sitzt in Houston, Texas, Proben werden dort ohne Namen gelagert. Für die Übermittlung aus der EU beruft sich der Anbieter auf das EU-U.S. Data Privacy Framework und nennt einen EU-Vertreter. Genetische Daten gibt er laut Datenschutzerklärung nicht ohne Zustimmung an Versicherer, Arbeitgeber oder Werbepartner weiter; für Forschung braucht es eine ausdrückliche Einwilligung.
Der Punkt, der FamilyTreeDNA von den anderen unterscheidet: 2019 wurde bekannt, dass der Anbieter mit dem FBI zusammenarbeitet und Ermittlungsbehörden in seiner Datenbank suchen lässt. Heute ist das an eine doppelte Einwilligung gebunden — Behörden sehen dich nur, wenn du dem Matching und zusätzlich dem Abgleich für Ermittlungszwecke (IGGM) zugestimmt hast. Das ist ehrlich geregelt, aber es ist eine Funktion, die es bei Ancestry oder MyHeritage so nicht gibt. Prüf die Einstellung direkt nach dem Anlegen des Kontos.
Löschen lässt sich alles: Eine E-Mail von der Konto-Adresse an deletemydata@familytreedna.com genügt, die gespeicherte Probe wird laut Anbieter innerhalb von 60 Tagen vernichtet. Daten, die bereits in eine laufende Studie eingeflossen sind, lassen sich nicht zurückholen. Seit 2021 gehört FamilyTreeDNA zum australischen Unternehmen myDNA; einen Datenabfluss haben wir nicht gefunden.
Preis: 72/100
Family Finder kostet regulär 79 US$, Y-37 119 US$, mtFull Sequence 159 US$ (geprüft am 28.10.2026). Bezahlt wird in US-Dollar, einen Euro-Shop gibt es nicht. Bis zum 11. November läuft eine Aktion, in der Family Finder 39 US$ kostet — diesen Preis nehmen wir nicht in die Note, er steht nur als Hinweis am Angebot.
Auf den Kit-Preis kommen Kosten, die du bei europäischen Anbietern nicht hast: Versand nach Deutschland (international laut Anbieter ab 9,95 US$, den genauen Betrag zeigt erst die Kasse), der Rückversand der Probe in die USA, den du selbst bezahlst, und gegebenenfalls Einfuhrabgaben. Dafür fallen keine Abo-Kosten an — Matching und Chromosomen-Browser sind enthalten.
Service: 60/100
Website, Ergebnisse und Support sind englisch; telefonisch und per Chat ist der Anbieter zu US-Geschäftszeiten erreichbar. Die Oberfläche gilt in Fachbesprechungen als weniger zugänglich als bei Ancestry. Ergebnisse dauern laut Anbieter sechs bis acht Wochen ab Eingang im Labor, Big Y-700 bis zu zehn Wochen — und internationale Bestellungen brauchen schon für die Zustellung drei bis fünf Wochen.
Der größte Haken für deutsche Kunden ist der Rückweg: DHL nimmt von Privatkunden seit 2025 keine Standardpakete in die USA mehr an (Stand März 2026). Kläre vor der Bestellung bei der Post, wie du die Probe zurückschickst, damit das Kit nicht in der Schublade liegen bleibt.
Für wen geeignet — und für wen nicht
Geeignet, wenn du gezielt eine Linie erforschen willst: den Ursprung deines Familiennamens, eine väterliche Linie über Jahrhunderte oder die mütterliche Linie. Auch für Ahnenforscher:innen, die schon anderswo getestet haben und die Y- oder mtDNA ergänzen wollen.
Weniger geeignet, wenn du einfach wissen willst, woher deine Familie stammt, oder möglichst viele Verwandte finden möchtest — dafür sind Ancestry und MyHeritage stärker und einfacher zu bestellen. Nicht geeignet, wenn du einen deutschsprachigen Anbieter mit Abwicklung aus der EU suchst.
Häufige Fragen
Können Frauen einen Y-DNA-Test machen?
Nein, Frauen haben kein Y-Chromosom. Wer die väterliche Linie erforschen will, kann einen Bruder, den Vater oder einen Cousin aus der Namenslinie testen lassen. Family Finder und mtFull Sequence funktionieren für alle.
Kann die Polizei meine Daten sehen?
Nur wenn du dem Matching und zusätzlich dem Abgleich für Ermittlungszwecke zugestimmt hast. Ohne diese zweite Einwilligung bist du für Behörden-Uploads nicht sichtbar. Andere Anfragen beantwortet der Anbieter nach eigenen Angaben nur mit Gerichtsbeschluss.
Kann ich Rohdaten von anderen Anbietern hochladen?
Teilweise. Ein Transfer bringt dir Verwandten-Matches in der FamilyTreeDNA-Datenbank; die frühere Freischaltung von Herkunftsschätzung und Chromosomen-Browser für übertragene Daten wurde am 18. August 2026 eingestellt. Neuere Ancestry-Dateien lassen sich laut Fachblog nicht mehr übertragen.
Quellen
- Produkte und Preise · FamilyTreeDNA · abgerufen am 28.10.2026
- Family Finder (Sequenzierung, 280 Mio. Stellen) · FamilyTreeDNA · abgerufen am 28.10.2026
- Privacy Statement (gültig ab 29.07.2025) · FamilyTreeDNA · abgerufen am 28.10.2026
- Law Enforcement Guide (gültig ab 25.04.2024) · FamilyTreeDNA · abgerufen am 28.10.2026
- Family Tree DNA is working with the FBI · BuzzFeed News, 2019 · abgerufen am 28.10.2026
- Gene by Gene und FamilyTreeDNA gehen an myDNA · myDNA, 2021 · abgerufen am 28.10.2026
- FamilyTreeDNA review · Who Do You Think You Are? Magazine (Debbie Kennett), 2023 · abgerufen am 28.10.2026
- International Return Shipping · FamilyTreeDNA Hilfe, Archivstand 02.03.2026 (live nicht abrufbar) · abgerufen am 28.10.2026
- Paketstopp USA: DHL-Standardpakete für Privatkunden weiter blockiert · paketda.de, aktualisiert 11.03.2026 · abgerufen am 28.10.2026
Preise und Anbieterangaben ändern sich. Wenn dir etwas Veraltetes auffällt, schreib uns an info@dnatest.de.