Diagnostisch, prognostisch, Vaterschaft: die wichtigsten Gentest-Arten mit Kosten und rechtlichen Anforderungen in Deutschland.
| Kriterium | EasyDNABeste Wertung | Ancestry | MyHeritage |
|---|---|---|---|
| Gesamtwertung | 91/100 | 79/100 | 74/100 |
| Preis | ab 139 €geprüft am 14.10.2026 | ab 69 €geprüft am 14.10.2026 | ab 89 €geprüft am 14.10.2026 |
| Ergebnis nach | 2–3 Wochen | 3–4 Wochen | 3–4 Wochen |
| Speicherort | EU🇪🇺 EU-Server | USA | USA/EU |
| Weitergabe an Dritte | Nein | Ja | Ja |
| Löschung möglich | Ja | Ja | Ja |
| Genauigkeit | 94 | 90 | 84 |
| Datenschutz | 95 | 62 | 60 |
| Preis | 82 | 80 | 88 |
| Service | 90 | 85 | 66 |
| Ausführlicher Test | EasyDNA im Test → | Ancestry im Test → | MyHeritage im Test → |
„Gentest" ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Untersuchungen. Zwischen einem Vaterschaftsnachweis, einer Herkunftsschätzung und einer humangenetischen Diagnostik liegen verschiedene Verfahren, verschiedene Kosten und vor allem verschiedene rechtliche Anforderungen.
Die Arten im Überblick
- Diagnostisch — klärt die genetische Ursache einer bereits bestehenden Erkrankung oder eines Symptoms.
- Prädiktiv (prognostisch) — schätzt das Risiko für eine Erkrankung, die noch nicht ausgebrochen ist.
- Trägerschaft — zeigt, ob jemand eine Anlage weitergeben kann, ohne selbst zu erkranken. Relevant bei Kinderwunsch.
- Pharmakogenetisch — prüft die Verstoffwechselung von Wirkstoffen, um Dosierungen anzupassen.
- Abstammung und Verwandtschaft — Vaterschafts- und Verwandtschaftstests sowie kommerzielle Herkunftsanalysen.
Ablauf und Dauer
Bei Verbrauchertests entnimmst du die Probe selbst mit einem Wattestäbchen aus der Wangenschleimhaut und sendest sie ein. Im Labor wird die DNA extrahiert und je nach Fragestellung per PCR, Microarray oder Sequenzierung untersucht. Vaterschaftstests liefern häufig innerhalb weniger Werktage ein Ergebnis, Herkunftsanalysen brauchen je nach Anbieter mehrere Wochen.
Bei medizinischen Untersuchungen läuft der Weg über eine Ärztin oder einen Arzt; die Probe ist meist Blut, und die Auswertung wird im Befundgespräch eingeordnet.
Was ein Gentest kostet
Kommerzielle Herkunftstests beginnen im zweistelligen Bereich. Vaterschaftstests für den privaten Gebrauch liegen typischerweise zwischen etwa 150 und 250 €; gerichtsverwertbare Gutachten mit dokumentierter Probenahme kosten deutlich mehr. Umfangreiche medizinische Analysen können vierstellig werden.
Wichtig für die Einordnung: Ist eine genetische Untersuchung medizinisch indiziert und ärztlich veranlasst, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel. Selbst gekaufte Verbrauchertests werden dagegen nicht erstattet.
Welcher Test zu welcher Frage passt
Willst du wissen, woher deine Vorfahren stammen, oder Verwandte finden? Dann ist ein autosomaler Herkunftstest das richtige Werkzeug — und entscheidend ist die Größe der Vergleichsdatenbank, nicht die Labortechnik. Details im Ratgeber zur Abstammung.
Geht es um eine Vaterschaft, hängt alles daran, wofür du das Ergebnis brauchst. Für die eigene Gewissheit reicht ein privater Test; soll es vor Gericht Bestand haben, braucht es ein gerichtsverwertbares Verfahren mit dokumentierter Probenahme und Identitätsnachweis. Beides setzt die Einwilligung aller Beteiligten voraus.
Geht es um Gesundheit, ist die ehrliche Antwort meist: nicht über einen Direktanbieter. Bei konkretem Verdacht oder familiärer Vorbelastung führt der Weg über eine humangenetische Beratung — dort wird zuerst geklärt, ob eine Untersuchung überhaupt etwas ändert, und die Kosten übernimmt häufig die Krankenkasse. Mehr dazu im Ratgeber zu DNA und Gesundheit.
Und wenn es um Neugier geht: Das ist ein völlig legitimer Grund. Nur sollte dann auch der Preis dazu passen — und die Frage, wo die Daten anschließend liegen, trotzdem beantwortet werden.
Rechtslage in Deutschland
Das Gendiagnostikgesetz (GenDG) gilt seit 2010 und setzt klare Grenzen:
- Einwilligung — jede untersuchte Person muss nach Aufklärung schriftlich zustimmen. Bei Minderjährigen entscheiden die Sorgeberechtigten.
- Heimliche Tests sind verboten — ein ohne Zustimmung durchgeführter Vaterschaftstest ist rechtswidrig (§ 17 GenDG) und vor Gericht unverwertbar. Das oft genannte Bußgeld von bis zu 5.000 € für den Auftraggeber ist seit der Neufassung des GenDG im November 2019 entfallen; erlaubt ist der Test dadurch nicht.
- Arztvorbehalt — genetische Untersuchungen zu medizinischen Zwecken dürfen nur ärztlich veranlasst werden (§ 7).
- Beratungspflicht — bei prädiktiven Untersuchungen ist eine genetische Beratung vorgeschrieben (§ 10); bei diagnostischen muss sie angeboten werden.
- Vorgeburtliche Tests — ein pränataler Vaterschaftstest ist nur zulässig, wenn die Schwangerschaft nach ärztlicher Erkenntnis auf einer Sexualstraftat beruhen dürfte, und nur durch Ärztinnen und Ärzte (§ 17 Abs. 6 GenDG). Als privater Test ist er nicht erlaubt.
Wer die biologische Vaterschaft rechtlich klären will, kann sie nach § 1598a BGB gerichtlich feststellen lassen — der geordnete Weg, wenn eine Seite nicht einwilligt.
Für Vaterschaftstests vermitteln wir an akkreditierte Partnerlabore — siehe Vaterschaftstest.
Häufige Fragen
Ist ein heimlicher Vaterschaftstest strafbar?
Er ist rechtswidrig, aber keine Straftat. Das Gendiagnostikgesetz verlangt die Einwilligung jeder untersuchten Person, bei Minderjährigen die der Sorgeberechtigten. Das früher genannte Bußgeld von bis zu 5.000 € für den Auftraggeber ist seit November 2019 entfallen; vor Gericht ist ein heimlicher Test trotzdem nicht verwertbar. Wer die Abstammung klären will, kann nach § 1598a BGB die Einwilligung verlangen und notfalls vom Familiengericht ersetzen lassen.
Zahlt die Krankenkasse einen Gentest?
Wenn er medizinisch indiziert und ärztlich veranlasst ist, in der Regel ja. Selbst gekaufte Verbrauchertests — Herkunft, Ernährung, private Vaterschaftstests — werden nicht erstattet.
Wie lange dauert ein Gentest?
Das hängt vom Testtyp ab. Vaterschaftstests liefern häufig innerhalb weniger Werktage nach Probeneingang ein Ergebnis. Herkunftsanalysen brauchen je nach Anbieter zwei bis zwölf Wochen — die konkreten Zeiten stehen bei jedem Anbieter in unserem Vergleich.
Was ist der Unterschied zwischen einem privaten und einem gerichtsverwertbaren Test?
Analytisch nichts — es ist dasselbe Laborverfahren. Der Unterschied liegt im Verfahren drumherum: Beim gerichtsverwertbaren Test wird die Probenahme dokumentiert und die Identität aller Beteiligten nachgewiesen, damit feststeht, von wem die Proben stammen. Nur das macht das Gutachten vor Gericht verwendbar.
Quellen
- Gendiagnostikgesetz (GenDG) · Bundesministerium der Justiz · abgerufen am 1.8.2026
- § 1598a BGB — Anspruch auf Einwilligung in eine genetische Untersuchung · Bundesministerium der Justiz · abgerufen am 1.8.2026
Preise und Anbieterangaben ändern sich. Wenn dir etwas Veraltetes auffällt, schreib uns an info@dnatest.de.