Ratgeber

Ancestry-Alternativen: DNA-Tests mit EU-Servern, ohne Abo, für Europa

Redaktion dnatest.de, Genetik & Verbraucherschutz · aktualisiert 16.10.2026

Daten in den USA, Weitergabe an Dritte, Abo für die Dokumente: Wann sich eine Alternative zu Ancestry lohnt und welche Anbieter für Datenschutz und europäische Wurzeln besser passen.

Direktvergleich — Preise und Prüfdaten kommen live aus unserem Vergleich.
KriteriumMyHeritageEasyDNABeste WertungLivingDNA
Gesamtwertung74/10091/10071/100
Preisab 89 €geprüft am 14.10.2026ab 139 €geprüft am 14.10.2026ab 85 €geprüft am 14.10.2026
Ergebnis nach3–4 Wochen2–3 Wochen8–12 Wochen
SpeicherortUSA/EUEU🇪🇺 EU-ServerUK
Weitergabe an DritteJaNeinNein
Löschung möglichJaJaJa
Genauigkeit849482
Datenschutz609574
Preis888270
Service669080
Ausführlicher TestMyHeritage im Test →EasyDNA im Test →LivingDNA im Test →

Das Wichtigste in Kürze

Für die Suche nach lebenden Verwandten gibt es keinen gleichwertigen Ersatz für Ancestry: Die Datenbank mit über 27 Millionen Kits ist größer als die aller Wettbewerber zusammen. Eine Alternative lohnt sich, wenn dir etwas anderes wichtiger ist. Bei Datenschutz ist EasyDNA mit EU-Servern die bessere Wahl, für europäische Wurzeln oft MyHeritage, für eine feine Herkunftsaufschlüsselung LivingDNA.

Gründe, sich nach einer Alternative umzusehen

Der erste Grund ist der Datenschutz. Ancestry speichert in den USA, und eine Weitergabe an Dritte ist möglich. In unserer Bewertung liegt die Datenschutznote deshalb bei 62 von 100. Dazu kommt die Frage, wem die Datenbank gehört: Seit Dezember 2020 ist Ancestry im Besitz von Fonds des Finanzinvestors Blackstone, der rund 4,7 Milliarden Dollar dafür bezahlt hat.

Der zweite Grund ist das Abo. Die DNA-Ergebnisse selbst sind ohne Abo zugänglich, die historischen Dokumente wie Kirchenbücher, Volkszählungen und Auswandererlisten aber nicht, und genau sie machen den Mehrwert von Ancestry aus. Wer nur die DNA will, zahlt für eine Plattform, die er nicht nutzt.

Der dritte Grund ist die Herkunftsschätzung. Für Mitteleuropa ist sie bei allen Anbietern grob, und Ancestry ist da keine Ausnahme. Wer seine europäischen Wurzeln genauer aufschlüsseln will, findet bei anderen Anbietern teils feinere Regionen.

Die Alternativen

MyHeritage: für europäische Wurzeln

MyHeritage hat anteilig mehr Europäerinnen und Europäer in der Datenbank und schlüsselt Regionen fein auf. Für Ahnenforschung in Deutschland und den Nachbarländern ist das oft ein Vorteil. Beim Datenschutz ist MyHeritage aber keine echte Alternative: Die Daten liegen in den USA und der EU, auch hier ist eine Weitergabe möglich, und die Datenschutznote ist mit 60 sogar etwas niedriger. Das Abo wird offensiver beworben als bei Ancestry. Mehr im MyHeritage-Test.

EasyDNA: für Datenschutz

EasyDNA speichert in der EU, gibt nach eigenen Angaben keine Daten weiter und hat in unserem Vergleich die beste Datenschutznote. Es gibt kein Abo, du zahlst einmal für die Laborleistung. Der Preis dafür ist die fehlende Verwandtensuche: EasyDNA ist ein Labor, keine Community. Wer wissen will, woher er stammt, ohne in einer großen Datenbank aufzutauchen, ist hier richtig. Mehr im EasyDNA-Test.

LivingDNA: für eine feine Herkunftsanalyse

LivingDNA ist für die detailreiche Aufschlüsselung der Herkunft bekannt, besonders für Britannien, und weist anders als Ancestry auch mütterliche und väterliche Haplogruppen aus. Die Daten liegen in Großbritannien und werden nicht weitergegeben. Die Verwandtendatenbank ist allerdings um Größenordnungen kleiner, und auf das Ergebnis wartest du deutlich länger. Mehr im LivingDNA-Test.

Was du beim Wechsel wissen solltest

Ancestry-Rohdaten lassen sich herunterladen, aber kaum noch woanders nutzen: MyHeritage nimmt keine fremden Uploads mehr an. Wer in einer anderen großen Datenbank suchen will, braucht einen neuen Test. Was mit der Rohdatei noch geht, steht unter DNA-Rohdaten.

Konto und DNA-Daten kannst du bei Ancestry auf Anfrage löschen lassen, ein laufendes Abo ist kündbar.

Fazit

Wer Verwandte finden will, bleibt bei Ancestry, eine Alternative ist das nicht. Wer Datenschutz an erste Stelle setzt, nimmt EasyDNA. Wer vor allem europäische Wurzeln aufschlüsseln will, schaut sich MyHeritage oder LivingDNA an. Die Tabelle oben zeigt die aktuellen Preise mit Prüfdatum, der direkte Vergleich der beiden Großen steht unter MyHeritage vs. Ancestry.

Häufige Fragen

Was ist die beste Alternative zu Ancestry?

Das hängt vom Grund ab. Für europäische Wurzeln MyHeritage, für Datenschutz EasyDNA mit EU-Servern, für eine feine Herkunftsanalyse LivingDNA. Für die Verwandtensuche gibt es keinen gleichwertigen Ersatz, weil Ancestry die mit Abstand größte Datenbank hat.

Gibt es eine Ancestry-Alternative ohne Abo?

Ja. EasyDNA und LivingDNA verkaufen den Test als Einmalkauf. Auch bei Ancestry selbst brauchst du für die DNA-Ergebnisse kein Abo, nur für die historischen Dokumente.

Welche Ancestry-Alternative speichert Daten in der EU?

In unserem Vergleich EasyDNA. MyHeritage speichert in den USA und der EU, LivingDNA in Großbritannien.

Kann ich meine Ancestry-Daten zu einem anderen Anbieter mitnehmen?

Kaum noch. MyHeritage nimmt keine fremden Uploads mehr an. Offen sind vor allem GEDmatch und mit Einschränkungen FamilyTreeDNA, wobei neuere Ancestry-Dateien laut Fachblog nicht mehr zu FamilyTreeDNA übertragbar sind.

Wem gehört Ancestry?

Seit Dezember 2020 Fonds des Finanzinvestors Blackstone, der das Unternehmen für rund 4,7 Milliarden Dollar übernommen hat.

Quellen

  1. Blackstone Completes Acquisition of Ancestry for $4.7 Billion · Blackstone, 04.12.2020 · abgerufen am 16.10.2026
  2. Warum kann ich meine DNA-Daten nicht hochladen? (Stand 28.05.2026) · MyHeritage Hilfe · abgerufen am 16.10.2026

Preise und Anbieterangaben ändern sich. Wenn dir etwas Veraltetes auffällt, schreib uns an info@dnatest.de.

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