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DNA-Rohdaten: herunterladen, hochladen, auswerten – was 2026 noch geht

Redaktion dnatest.de, Genetik & Verbraucherschutz · aktualisiert 16.10.2026

Rohdaten sichern, zu anderen Anbietern mitnehmen, selbst auswerten: was 2026 noch funktioniert, wo Uploads weggefallen sind und worauf du beim Datenschutz achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

Rohdaten sind die Datei mit deinen gemessenen Genvarianten. Herunterladen kannst du sie bei allen großen Herkunfts-Anbietern, und das solltest du auch. Zu anderen Anbietern mitnehmen kannst du sie dagegen kaum noch: MyHeritage nimmt laut eigener Hilfeseite keine fremden Rohdaten mehr an, Ancestry hat es nie getan. Offen sind vor allem GEDmatch und, mit Einschränkungen, FamilyTreeDNA. Für Gesundheitsfragen taugen die Dateien nur sehr begrenzt.

Was in der Datei steckt

Herkunftstests lesen dein Erbgut nicht vollständig. Ein DNA-Chip misst eine Auswahl von mehreren hunderttausend Positionen, an denen sich Menschen häufig unterscheiden (SNPs). Die Rohdatei listet für jede Position die Kennung, das Chromosom, die Lage und die gemessenen Basen, meist als Text- oder CSV-Datei. Wie das technisch funktioniert, erklärt DNA-Analyse: Methoden und Technologien.

Eine Auswertung enthält die Datei nicht. Herkunftsprozente und Verwandtenlisten berechnet der Anbieter erst daraus, mit seinen eigenen Referenzdaten und seiner Nutzerdatenbank. Deshalb kommen zwei Dienste aus denselben Rohdaten oft zu unterschiedlichen Herkunftsschätzungen.

Herunterladen: Warum du das tun solltest

Der Fall 23andMe hat gezeigt, warum. Nach der Insolvenz 2025 ging die Datenbank an einen neuen Eigentümer über, mehr dazu im 23andMe-Test. Wer seine Rohdaten gesichert hat, kann sein Konto löschen, ohne die Daten zu verlieren, und bei allen Anbietern in unserem Vergleich lassen sich Konto und DNA-Daten löschen.

Den Download findest du in den DNA- oder Kontoeinstellungen des Anbieters. Bei MyHeritage etwa erscheint er erst, wenn die Ergebnisse vorliegen, und nur der Verwalter des Kits kann ihn auslösen, nicht die getestete Person, falls das jemand anderes ist.

Behandle die Datei wie ein sensibles Dokument: nicht in einem geteilten Cloud-Ordner ablegen und nicht per E-Mail verschicken. Sie verrät nicht nur etwas über dich, sondern auch über deine Eltern, Geschwister und Kinder.

Hochladen: Wo es 2026 noch geht

MyHeritage: nicht mehr

Laut MyHeritage-Hilfe (Stand 28. Mai 2026) werden DNA-Uploads nicht mehr unterstützt. Wer dort Matches und eine Herkunftsschätzung will, muss ein MyHeritage-Kit kaufen. Viele ältere Anleitungen empfehlen noch, bei Ancestry zu testen und die Daten anschließend zu MyHeritage hochzuladen. Bis Oktober 2026 stand diese Empfehlung auch bei uns. Der Weg funktioniert nicht mehr.

Ancestry: nie

Ancestry nimmt keine Rohdaten anderer Anbieter an. Wer in der größten Datenbank nach Verwandten suchen will, braucht einen Ancestry-Test.

FamilyTreeDNA: ja, mit Einschränkungen

Der Transfer zu FamilyTreeDNA bringt dir Verwandten-Matches in deren Datenbank. Die kostenpflichtige Freischaltung für Herkunftsschätzung und Chromosomen-Browser wurde am 18. August 2026 eingestellt; stattdessen bietet FamilyTreeDNA ein Upgrade auf den eigenen Test an. Viele Dateien anderer Anbieter lassen sich ohnehin nicht übertragen, laut dem Fachblog DNAeXplained auch neuere Ancestry-Dateien ab Dezember 2025 nicht.

GEDmatch: ja

GEDmatch ist ein reiner Upload-Dienst ohne eigenen Test und nimmt Rohdaten der gängigen Anbieter an. Konto und Grundfunktionen wie der Verwandtenabgleich sind kostenlos, weitere Werkzeuge kosten ein Abo. Beim Upload wählst du eine Datenschutzstufe. Mit Profilen der Strafverfolgung wird deine Datei nur abgeglichen, wenn du ausdrücklich zustimmst.

Gerade GEDmatch zeigt, worauf du achten solltest: Über diese Plattform wurde 2018 der Golden-State-Killer identifiziert, mehr dazu unter DNA-Tests in Kriminalfällen. Jeder Upload gibt deine Daten an ein weiteres Unternehmen, mit eigener Datenschutzerklärung und meist außerhalb der EU. Lies vorher die Einstellungen für Matching und Strafverfolgung.

Selbst auswerten: was Rohdaten können und was nicht

Für Ahnenforschung sind die kostenlosen Werkzeuge nützlich: eigene Herkunftsschätzungen, Segmentvergleiche mit Verwandten, Triangulieren gemeinsamer Vorfahren. Das ist Handarbeit, aber oft aufschlussreicher als die Prozentgrafik des Anbieters.

Bei Gesundheitsfragen ist Vorsicht angebracht. Die Chips der Herkunftstests sind nicht für medizinische Aussagen gebaut. Eine Studie in Genetics in Medicine (2018) fand, dass 40 % der Varianten, die in Rohdaten von Verbrauchertests in verschiedenen Genen auftauchten, sich bei der klinischen Bestätigung als falsch-positiv erwiesen. Wer in seinen Rohdaten einen beunruhigenden Befund findet, lässt ihn ärztlich prüfen, in Deutschland mit genetischer Beratung. Mehr dazu: DNA und Gesundheit.

Fazit

Rohdaten herunterladen solltest du am besten gleich, wenn das Ergebnis da ist. Hochladen geht nur noch bei wenigen Diensten und erst nach einem Blick auf deren Datenschutz. Wer in mehreren großen Datenbanken nach Verwandten suchen will, kommt um mehrere Tests nicht mehr herum. Welche Datenbank für welche Wurzeln am meisten bringt, steht im Vergleich DNA-Test Herkunft & Ahnenforschung.

Häufige Fragen

Kann ich meine Ancestry-Rohdaten bei MyHeritage hochladen?

Nein, nicht mehr. Laut MyHeritage-Hilfe (Stand Mai 2026) werden DNA-Uploads nicht mehr unterstützt. Für Matches bei MyHeritage brauchst du ein MyHeritage-Kit.

Wo kann ich DNA-Rohdaten noch hochladen?

Vor allem bei GEDmatch, wo Konto und Grundfunktionen kostenlos sind. Zu FamilyTreeDNA lassen sich manche Dateien übertragen und bringen dort Matches; neuere Ancestry-Dateien gehören laut Fachblog nicht dazu. Ancestry und MyHeritage nehmen keine fremden Daten an.

Wie lade ich meine Rohdaten herunter?

Über die DNA- oder Kontoeinstellungen des Anbieters. Der Download erscheint meist erst, wenn die Ergebnisse vorliegen, und bei MyHeritage kann ihn nur der Verwalter des Kits auslösen.

Sollte ich meine Rohdaten vor dem Löschen des Kontos sichern?

Ja. Mit der Rohdatei kannst du später andere Auswertungen nutzen, ohne neu zu testen, und das Konto beim Anbieter trotzdem löschen.

Kann ich aus Rohdaten Krankheitsrisiken ablesen?

Nur sehr eingeschränkt. In einer Studie erwiesen sich 40 % der in Verbraucher-Rohdaten gemeldeten Varianten bei klinischer Prüfung als falsch-positiv. Auffällige Befunde gehören in die ärztliche, genetische Beratung.

Quellen

  1. Warum kann ich meine DNA-Daten nicht hochladen? (Stand 28.05.2026) · MyHeritage Hilfe · abgerufen am 16.10.2026
  2. How do I download my raw DNA data file from MyHeritage? · MyHeritage Hilfe · abgerufen am 16.10.2026
  3. Autosomal DNA Unlock at FamilyTreeDNA to be Retired August 18th · DNAeXplained (Roberta Estes), 13.08.2026 · abgerufen am 16.10.2026
  4. How to Upload DNA Data from 23andMe, Ancestry and other Testing Companies · GEDmatch · abgerufen am 16.10.2026
  5. Tandy-Connor et al.: False-positive results released by direct-to-consumer genetic tests highlight the importance of clinical confirmation testing · Genetics in Medicine, 2018 · abgerufen am 16.10.2026

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