Vaterschaftstest: Kosten & Ablauf
Ein Vaterschaftstest klärt die biologische Vaterschaft per DNA-Abgleich, privat oder gerichtsverwertbar. Was er kostet, was erlaubt ist und wie du ein akkreditiertes Labor findest.
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Wie ein Vaterschaftstest funktioniert
Jedes Kind erbt die Hälfte seiner DNA vom Vater und die Hälfte von der Mutter. Durch den Vergleich genetischer Marker (Short Tandem Repeats) lässt sich eine Vaterschaft praktisch sicher bestätigen (rund 99,9999999 %) oder eindeutig ausschließen (100 %). Analysiert wird meist ein Wangenabstrich. Welche anderen Proben gehen, steht unter Vaterschaftstest mit Haaren, Zahnbürste & Co.
Was ein Vaterschaftstest kostet
Ein privater Test für Vater und Kind kostet bei akkreditierten Laboren rund 150 bis 180 €, mit der Mutter als dritter Person um 300 €. Ein gerichtsverwertbares Gutachten beginnt bei rund 300 €, dazu kommt die Gebühr für die dokumentierte Probenahme. Im Gerichtsverfahren fallen außerdem Gerichtsgebühren an, und wer sie trägt, entscheidet das Familiengericht. Alles dazu, auch zu Apotheke und Jugendamt: Vaterschaftstest Kosten.
Privat oder gerichtsverwertbar?
Ein privater Test dient der persönlichen Klärung und ist vor Gericht nicht zulässig. Ein gerichtsverwertbares Gutachten erfordert ein formales Verfahren mit dokumentierter Probenahme und Identitätsnachweis, etwa unter Aufsicht eines Arztes. Nur so ist das Ergebnis in Unterhalts- oder Sorgerechtsfragen verwendbar. Wer weiß, dass es vor Gericht gehen kann, wählt gleich diese Variante.
Rechtslage: Einwilligung ist Pflicht
Nach § 17 Gendiagnostikgesetz (GenDG) muss jede Person, deren Probe untersucht wird, vorher aufgeklärt werden und einwilligen. Beim minderjährigen Kind willigen die Sorgeberechtigten ein, bei gemeinsamem Sorgerecht also auch die Mutter. Ein heimlicher Test ist unzulässig und vor Gericht nicht verwertbar.
Das oft genannte Bußgeld von bis zu 5.000 € für den Auftraggeber gibt es seit der Neufassung des GenDG im November 2019 nicht mehr. Erlaubt ist der heimliche Test dadurch nicht. Der legale Weg führt über § 1598a BGB: Vater, Mutter und Kind können voneinander die Einwilligung verlangen, notfalls ersetzt sie das Familiengericht. Mehr dazu: Heimlicher Vaterschaftstest.
Pränataler Vaterschaftstest
Vor der Geburt ist ein Vaterschaftstest in Deutschland nur in einem eng umrissenen Fall zulässig: wenn nach ärztlicher Erkenntnis eine Sexualstraftat nach §§ 176 bis 178 StGB an der Schwangeren begangen wurde und dringende Gründe dafür sprechen, dass die Schwangerschaft darauf beruht. Durchführen dürfen ihn dann nur Ärztinnen und Ärzte (§ 17 Abs. 6 GenDG). Ein privater vorgeburtlicher Test ist nicht zulässig.
Ablauf und Dauer
Erst die Einwilligungen aller Beteiligten einholen, dann das Kit beim Labor oder in der Apotheke bestellen. Die Proben per Wangenabstrich nehmen, beim gerichtsverwertbaren Test unter Aufsicht einer neutralen Person, und zurückschicken. Das Ergebnis liegt meist wenige Werktage nach Probeneingang vor.
Datenschutz
Die Probe muss das Labor vernichten, sobald sie für den Zweck nicht mehr gebraucht wird (§ 13 GenDG). Das Ergebnis dagegen muss es 30 Jahre aufbewahren (§ 17 Abs. 5 GenDG). Weil es um besonders sensible Daten geht, sollten Anbieter offen sagen, wo und wie sie Daten speichern. Wir vermitteln ausschließlich an geprüfte, akkreditierte Partnerlabore.
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Häufige Fragen
Ist ein heimlicher Vaterschaftstest erlaubt?
Nein. Das Gendiagnostikgesetz verlangt die Einwilligung aller Beteiligten, beim minderjährigen Kind die der Sorgeberechtigten. Das frühere Bußgeld von bis zu 5.000 € für den Auftraggeber ist seit November 2019 entfallen, unzulässig und vor Gericht unverwertbar ist der heimliche Test trotzdem.
Was kann ich tun, wenn die Mutter nicht zustimmt?
Nach § 1598a BGB kannst du verlangen, dass Mutter und Kind in einen Test einwilligen. Verweigert die Mutter, ersetzt das Familiengericht die Einwilligung auf Antrag.
Wie genau ist ein Vaterschaftstest?
Sehr genau: Eine Vaterschaft lässt sich zu rund 99,9999999 % bestätigen und zu 100 % ausschließen. Eineiige Zwillinge kann der Test allerdings nicht unterscheiden.
Was kostet ein Vaterschaftstest?
Private Tests für Vater und Kind kosten bei akkreditierten Laboren rund 150 bis 180 €, mit Mutter um 300 €. Gerichtsverwertbare Gutachten beginnen bei rund 300 € zuzüglich Probenahme.
Wie lange dauert ein Vaterschaftstest?
Meist wenige Werktage nach Eingang der Proben im Labor. Dazu kommen Versand und, beim gerichtsverwertbaren Test, der Termin für die Probenahme.
Ist ein pränataler Vaterschaftstest möglich?
In Deutschland nur, wenn die Schwangerschaft nach ärztlicher Erkenntnis auf einer Sexualstraftat beruhen dürfte, und nur durch Ärztinnen und Ärzte (§ 17 Abs. 6 GenDG). Ein privater vorgeburtlicher Test ist nicht zulässig.