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23andMe-Alternativen: Welcher DNA-Test nach Insolvenz und Datenleck?

Redaktion dnatest.de, Genetik & Verbraucherschutz · aktualisiert 16.10.2026

Datenleck, Insolvenz, Eigentümerwechsel und in Deutschland keine Gesundheitsberichte: welche Anbieter für Herkunft, Verwandtensuche und Datenschutz die bessere Wahl sind.

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KriteriumAncestryMyHeritageEasyDNABeste Wertung
Gesamtwertung88/10074/10091/100
Preisab 69 €geprüft am 14.10.2026ab 89 €geprüft am 14.10.2026ab 139 €geprüft am 14.10.2026
Ergebnis nach3–4 Wochen3–4 Wochen2–3 Wochen
SpeicherortUSAUSA/EUEU🇪🇺 EU-Server
Weitergabe an DritteJaJaNein
Löschung möglichJaJaJa
Genauigkeit908494
Datenschutz626095
Preis808882
Service856690
Ausführlicher TestAncestry im Test →MyHeritage im Test →EasyDNA im Test →

Das Wichtigste in Kürze

Welche Alternative zu 23andMe passt, hängt davon ab, was du ersetzen willst. Für die Verwandtensuche ist Ancestry die Wahl mit der größten Datenbank, für europäische Wurzeln oft MyHeritage. Wem Datenschutz am wichtigsten ist, nimmt einen Anbieter mit EU-Servern, der keine Daten weitergibt, etwa EasyDNA, und verzichtet dafür auf die Verwandtensuche. Gesundheitsberichte verkauft 23andMe in Deutschland ohnehin nicht, und einen gleichwertigen Ersatz dafür gibt es nicht.

Warum viele sich nach Alternativen umsehen

Erstens das Datenleck von 2023. Angreifer loggten sich mit Zugangsdaten aus früheren, fremden Leaks in Konten ein und kamen über die Verwandten-Funktion an Daten vieler weiterer Nutzer. Die britische Datenschutzbehörde ICO verhängte dafür 2025 ein Bußgeld von 2,31 Millionen Pfund. Allein in Großbritannien waren 155.592 Menschen betroffen. Die Behörde bemängelte unter anderem, dass es keine verpflichtende Zwei-Faktor-Anmeldung und keine wirksamen Kontrollen für den Zugriff auf Rohdaten gab.

Zweitens die Insolvenz. 23andMe meldete 2025 Insolvenz nach Chapter 11 an, im Juli 2025 übernahm das gemeinnützige TTAM Research Institute die Vermögenswerte einschließlich der genetischen Datenbank. TTAM hat zugesagt, die bestehende Datenschutzrichtlinie einzuhalten. Trotzdem hat der Fall gezeigt, dass eine DNA-Datenbank ein Vermögenswert ist, über den im Zweifel ein Gericht entscheidet. Die Einzelheiten stehen im 23andMe-Test.

Drittens das Angebot in Deutschland. Der hiesige Shop verkauft nur Herkunfts- und Merkmalsberichte sowie Rohdaten. Gesundheitsberichte, für die 23andMe bekannt ist, gibt es hier nicht (geprüft am 14.10.2026).

Die Alternativen im Überblick

Ancestry: für die Verwandtensuche

Mit über 27 Millionen Kits hat Ancestry die mit Abstand größte Datenbank. Wer lebende Verwandte finden will, hat hier die besten Chancen, und die Verknüpfung mit Stammbäumen macht die Treffer auswertbar. Die Daten liegen in den USA. Für die DNA-Ergebnisse brauchst du kein Abo, wohl aber für die historischen Dokumente. Mehr im Ancestry-Test.

MyHeritage: für europäische Wurzeln

MyHeritage hat anteilig mehr Europäerinnen und Europäer in der Datenbank und schlüsselt Regionen fein auf. Für Ahnenforschung in Europa ist das oft die bessere Wahl als die US-Platzhirsche. Kritik gibt es am Support und an der aggressiven Abo-Werbung; die DNA-Ergebnisse und Matches bleiben aber ohne Abo zugänglich. Mehr im MyHeritage-Test.

EasyDNA: für Datenschutz

EasyDNA speichert in der EU, verkauft oder teilt nach eigenen Angaben keine Daten und hat in unserer Bewertung die beste Datenschutznote. Dafür gibt es keine Verwandtensuche: EasyDNA ist ein Labordienstleister, keine Community. Wer nur die eigene Herkunft wissen will, ohne in einer großen Datenbank aufzutauchen, ist hier richtig. Mehr im EasyDNA-Test.

LivingDNA: für die feine Herkunftsanalyse

LivingDNA ist bekannt für eine detailreiche Herkunftsaufschlüsselung, vor allem für Britannien. Die Verwandtendatenbank ist um Größenordnungen kleiner als bei Ancestry oder MyHeritage, die Daten liegen in Großbritannien. Mehr im LivingDNA-Test.

Vor dem Wechsel: Daten sichern, dann löschen

Wer bei 23andMe aussteigen will, lädt zuerst seine Rohdaten herunter und löscht dann Konto und Daten. Die Vernichtung der Probe kann man zusätzlich verlangen; diese Möglichkeiten bestehen laut TTAM weiter.

Mitnehmen lässt sich die Rohdatei allerdings kaum noch: MyHeritage nimmt keine fremden Uploads mehr an (Stand 2026), Ancestry hat es nie getan. Wer in einer der großen Datenbanken suchen will, braucht einen neuen Test. Was mit der Datei noch geht, steht unter DNA-Rohdaten.

Und die Gesundheitsberichte?

Einen Ersatz für die Gesundheitsberichte von 23andMe gibt es in Deutschland nicht, und das hat einen Grund: Genetische Untersuchungen zu medizinischen Zwecken dürfen hier nur Ärztinnen und Ärzte veranlassen (§ 7 GenDG). Wer eine konkrete gesundheitliche Frage hat, etwa wegen familiärer Vorbelastung, ist in einer humangenetischen Beratung besser aufgehoben als bei einem Verbrauchertest. Was Gentests hier leisten, steht unter DNA und Gesundheit.

Fazit

Für die Verwandtensuche führt kein Weg an Ancestry vorbei. Für europäische Wurzeln lohnt MyHeritage den Blick, für Datenschutz EasyDNA. Die Tabelle oben zeigt die aktuellen Preise mit Prüfdatum, und den vollständigen Vergleich findest du unter DNA-Test Herkunft & Ahnenforschung.

Häufige Fragen

Was ist die beste Alternative zu 23andMe?

Für die Verwandtensuche Ancestry mit der größten Datenbank, für europäische Wurzeln MyHeritage. Wer vor allem Wert auf Datenschutz legt, nimmt einen EU-Anbieter ohne Matching-Datenbank wie EasyDNA.

Kann ich meine 23andMe-Daten zu einem anderen Anbieter übertragen?

Zu Ancestry und MyHeritage nicht; MyHeritage nimmt keine Uploads mehr an (Stand 2026). GEDmatch nimmt 23andMe-Dateien an, und auch FamilyTreeDNA akzeptiert manche Dateien. Für die großen Datenbanken brauchst du einen neuen Test.

Sollte ich mein 23andMe-Konto löschen?

Das ist eine persönliche Abwägung. Wer löschen will, lädt vorher seine Rohdaten herunter. Löschen von Konto und Daten und die Vernichtung der Probe sind laut TTAM weiter möglich.

Was ist mit 23andMe passiert?

Nach einem Datenleck 2023 und der Insolvenz nach Chapter 11 im Jahr 2025 übernahm im Juli 2025 das gemeinnützige TTAM Research Institute die Vermögenswerte einschließlich der genetischen Datenbank.

Gibt es eine Alternative mit Gesundheitsberichten?

Nicht als gleichwertigen Verbrauchertest. Medizinische Gentests dürfen in Deutschland nur Ärztinnen und Ärzte veranlassen (§ 7 GenDG). Bei konkreten Fragen ist eine humangenetische Beratung der richtige Weg.

Quellen

  1. 23andMe fined £2.31 million for failing to protect UK users’ genetic data · Information Commissioner’s Office (UK), Juni 2025 · abgerufen am 16.10.2026
  2. Warum kann ich meine DNA-Daten nicht hochladen? (Stand 28.05.2026) · MyHeritage Hilfe · abgerufen am 16.10.2026
  3. § 7 GenDG – Arztvorbehalt · Bundesministerium der Justiz · abgerufen am 16.10.2026

Preise und Anbieterangaben ändern sich. Wenn dir etwas Veraltetes auffällt, schreib uns an info@dnatest.de.

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